Rolf Göbels, GFWG GmbH

10 Lerntipps aus der Praxis

1. Die 45-Minuten-Lern-Session

Ihre Lerneinheit sollte zwischen 45 und maximal 60 Minuten dauern, weil man sich leider nicht länger auf den Stoff konzentrieren kann – das bestätigt auch die Wissenschaft der Lernpsychologie. Danach ist eine kleine Pause unbedingt notwendig: frische Luft, Getränke und etwas Bewegung machen Sie schnell wieder frisch und aufnahmefähig. Nach der Pause können Sie dann wieder mit einer neuen Lern-Session durchstarten.

 

2. Die optimale Lern-Umgebung

Wir empfehlen Ihnen, für das Aufnehmen von neuem Lernstoff und das Wiederholen des bereits Gelernten eine für Sie optimale Lern-Umgebung zu wählen. Diese sollte auf jeden Fall ruhig und ungestört sein. Auch auf ein angenehmes Raumklima sollten Sie achten. Niemand lernt gut in einem zu kalten oder zu warmen Raum. Legen Sie sich zudem alles in Griffnähe bereit, was Sie zum Lernen und geistigen Arbeiten brauchen.

 

3. Alles auf einmal geht nicht

Beim Lernen ist es wie beim Essen: neuer Lernstoff will gut verdaut werden. Wir sind keine Maschinen und müssen daher den Lernstoff in kleine „aufnehm- und verdaubare“ Häppchen aufteilen. Das können je nach Lernstoff einzelne Kapitel, mehrere Absätze oder zusammenhängende Seiten eines Fachbuches sein. Hauptsache ist, dass Sie sich die Lernhäppchen so festlegen, dass sie übersichtlich sind, logisch zusammengehören und auf einmal aufgenommen werden können. Wenn Sie merken, dass Sie sich womöglich zu viel auf einmal vorgenommen haben – kein Problem. Versuchen Sie einfach, die Lerneinheit nochmals sinnvoll aufzuteilen.

 

4. Jedem Lernstoff seine Technik

Ein Sprichwort lautet: „Wer nur einen Hammer kennt, für den ist jedes Problem automatisch ein Nagel“. Das bedeutet für Sie: wer nur eine Lerntechnik kennt, der kann auch nur mit dieser lernen. Schauen Sie doch mal im Internet nach verschiedenen Lerntechniken, wie Mind Mapping, Clustering, Karteikartenlernen, Concept-Mapping, Speedreading oder nach Lernpostern um.
Tipp: Wer durch Zuhören besonders gut lernt, kann sich den Stoff (zum Beispiel Fragen und Antworten) selbst auf seinem MP3-Player oder seinem Handy aufnehmen und immer wieder anhören.

 

5. Alleine oder in der Gruppe?

Manche lernen am besten alleine, andere wiederum in der Gruppe, indem sie gemeinsam über den Lernstoff diskutieren oder sich den Lernstoff gegenseitig erklären. In der Praxis hat es sich in den meisten Fällen bewährt, sich im ersten Schritt alleine mit dem Lernstoff auseinanderzusetzen und dann in der Gruppe, also im Gespräch, zu vertiefen. Dann sitzt er garantiert viel besser!

 

6. Hochleistungsmotoren brauchen eine Aufwärmphase

Bevor Sie mit der eigentlichen Lern-Session beginnen, sollten Sie Ihr Gehirn auf Touren bringen, es „aufwärmen“. Nur so kann es optimale Leistung bringen. Wie das geht? Ganz einfach: suchen Sie sich eine alte Zeitung oder einen Text, den Sie nicht mehr brauchen und suchen Sie darin so schnell wie möglich nach einem Buchstaben Ihrer Wahl. Diesen streichen Sie dann mit einem Stift durch. Nach ein paar Minuten sind Sie hochkonzentriert und fokussiert. Jetzt können Sie mit dem eigentlichen Lernen beginnen.
Tipp: Am besten fangen Sie mit den etwas einfacheren Dingen des Lernstoffs an.

 

7. Feste Zeiten, das beste Mittel gegen Aufschieberitis

Jeder von uns kennt es: man hat gerade keine Lust zum Lernen oder muss noch schnell dieses oder jenes „dringend“ erledigen. Ehe man sich versieht, ist es spät abends und die Zeit wird knapp. Dieses Phänomen bezeichnet man im Volksmund auch als „Prokrastination“, „Aufschieberitis“ oder „Kampf gegen den inneren Schweinehund“.

Ein guter Weg ist es daher, sich feste Lernzeiten einzuplanen. Zum Beispiel können Sie sich vornehmen, nur von 18:00 bis 19:30 Uhr zu lernen – und nur in diesem Zeitfenster und keine Minute länger! In dieser Zeit aber dann mit Vollgas, ungestört und hochkonzentriert.

 

8. Lernen muss sich lohnen

In der Arbeitswelt heißt es: „Leistung muss sich lohnen“ für alle Lernenden gilt dasselbe: „Lernen muss sich lohnen“. Wir schlagen Ihnen vor, dass Sie sich für besonders intensive und erfolgreiche Lern-Sessions unbedingt selbst belohnen. Machen Sie danach etwas, was Ihnen besonders Spaß und Freude macht, gönnen Sie sich etwas oder nehmen Sie sich eine kurze Auszeit.

 

9. Gleiches verträgt sich nicht

Es macht wenig Sinn, kurz hintereinander ähnlichen Lernstoff zu lernen. Das liegt daran, dass es hier im Gehirn zu sogenannten „Interferenzen“ kommt. Das sind gegenseitige Störungen oder gedächtnishemmende Überlagerungen. Also: statt gleich hintereinander zwei ähnliche Themen zu lernen, wäre es klüger, beispielsweise im Ausbilderkurs zuerst Rechtliches zur Ausbildung und danach Pädagogisches zu lernen.

 

10. Farbige Formen machen das Leben des Lernenden bunt

Nichts ist trister als ein Lernstoff, der schwarz-weiß ausgedruckt vorliegt oder eine Kurs-Mitschrift, die nur in einer Farbe gestaltet ist. Das Gehirn mag beim Lernen Struktur, Gliederung, Farben, Formen und Symbole. So lernt es sich viel leichter. Das bedeutet für Sie: Versuchen Sie Ihren Lernstoff entsprechend aufzubereiten. Nutzen Sie beispielsweise Umrandungen für Überschriften und wichtige Textstellen. Verwenden Sie Einrückungen, Nummierierungen, Spiegelstriche. Unterstreichen oder markieren Sie mit einem Textmarker Schlüsselwörter und verwenden Sie eigene Symbole, beispielsweise Ausrufezeichen, Pfeile, Fragezeichen oder Smileys. Damit können Sie den Lernstoff so präparieren, damit Sie persönlich damit gut arbeiten und ihn optimal wiederholen können.